Holzfertighäuser eine Gesundheitsgefahr?

In den 60iger Jahren bis ca. Ende der 80iger Jahre wurden zum Teil große Mengen belastete Baumaterialien in die damaligen Fertighäuser  verbaut. Es wurden große Mengen Biozid eingesetzt um die Holzständerkonstruktion und die großflächig verwendete Spanplatten vor Insekten- und Pilzbefall zu schützen. Es kamen bei einem durchschnittlichen Fertighaus ganz leicht 40 Liter Holzschutzmittel im Innenraum zum Einsatz.
Ende der 70 er Jahre gab es immer mehr gesundheitliche Probleme bei Menschen, die in solchen Häusern lebten. Seit 1987 ist die Anendung von PCP in Innenräumen verboten und ab 1989 gab es ein generelles Verbot von PCP.

Mit diesem Artikel möchte ich Ihnen einen kleinen Einblick geben, welche Belastungen von den damals erbauten Fertighäusern auch heute noch ausgehen.


Holzschutzmittel:

sind geruchslose und farblose Mittel, welche die Holzoberfläche vor holzzerstörende oder holzverfärbende Organismen schützen sollen. Die  Inhaltstoffe von Holzschutzmitteln sind unter anderem Pentachlorphenol (PCP), Lindan und DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan).
Da Holzschutzmittel nicht amtlich zugelassen werden müssen, gibt es keine genaue Übersicht der damals verwendeten Produkte. Der Verband der Bauchemie schätzt, dass ca. 700 verschiedene Holzgifte auf 2500 Produkte verteilt waren.


Chloranisole:

Eine weitere Belastung, die zu berücksichtigen ist, sind Chloranisole. Es handelt sich hierbei um Abbauprodukte von PCP oder auch allgemein Chlorphenole. Die hier angesprochene Belastung muss nicht zwangsläufig auftreten, sie äußert sich durch einen typischen (leicht muffigen) Fertighausgeruch. Er führt teilweise zur Abgrenzung von anderen Mitbürgern. Der Geruch setzt sich in der Kleidung fest. Von den Bewohner wird der Geruch nach einer Weile nicht mehr war genommen, durch die ständige Belastung lässt das Wahrnehmungsvermögen nach.


Formaldehyd:

ist ebenfalls ein Bestandteil von Fertighäusern. Dieses farblose stechend-säuerlich riechende Gas gehört zu den VOC (Volatile organic compounds und in Deutsch: leicht flüchtige Stoffe). Es kommt im Leim der Spanplatten, Weichfaserplatten, Fußbodenklebern, Teppichen mit Schaumrücken, Parkettversiegelungen, Montageschäume sowie Mineralwolle und Tapeten vor.


PAK`s (sind polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe):

sind ein Gemisch von mehreren hundert Einzelverbindungen aus chemischen Stoffen. Teilweise sind sie sehr geruchsintensiv. PAKs werden und wurden in teer - und pechhaltigen Klebstoffen, Bitumen - Erzeugnissen (teilweise asbesthaltig), Rauch und in imprägnierenden Ölen eingesetzt.


Schimmelpilze:

können an Wärmebrücken oder alten Wasserschäden entstehen. Fertighäuser bieten durch ihre organischen Stoffe ein reichhaltiges Nahrungsangebot für Mikroorganismen.
Schimmelpilze können Allergien auslösen und u. U. eine Geruchsbelästigung sein. Einige der Schimmelpilze in Innenräumen sind auch giftig.
Mögliche gesundheitliche Wirkungen sind neben Allergien, Bronchitis, Aspergillose, Asthma, Schleimhautreizungen, Leber und Nierenschäden, sowie Kopfschmerzen und ein gestörtes Immunsystem etc.

Asbest:

muss nicht nur in der Hausfassade stecken.
Die Asbestprodukte werden in verschiedene Gruppen unterteilt:
von schwachgebundene Asbestprodukte wie: Schaumstoffe, Schnüre, Pappen, Putze, Spritzasbest, Stopfmassen und Kitte gehen die größten Gefahren aus.
Als festgebundene Asbestprodukte bezeichnet man z.B. Fußbodenplatten die sogenannten FLOOR-FLEX-PLATTEN. Die Asbestzement-Produkte sind u.a. Fassadenverkleidungen, Formteile, Lüftungsrohre, Kamine, Dacheindeckungen.
Das Gefährliche an Asbestprodukten ist die Asbest - Faser. Sie ist krebserzeugend, kann durch ihre Lungengängigkeit Asbestose, Mesotheliome oder ein Bronchialkarzinome auslösen.


Künstliche Mineralfaser (KMF):

ist in z.B. der Glaswolle, Wärmedämmung in Rolladenkästen, der Außenfassade, in Fußböden, im Dachausbau der Trittschalldämmung und in den Leichtbauwänden zu finden.
Die künstliche Mineralfaser hat kanzerogenes Potenzial (krebserzeugend in der Lunge) und kann Juckreiz bei Hautkontakt erzeugen.


Eine Analyse vor dem Hauskauf sollte unbedingt rechtzeitig vor dem Vertragsabschluss durchgeführt werden.
Wir beraten Sie gern und analysieren für Sie, ob mögliche Schadstoffe vorhanden sind.

Haben Sie noch Fragen oder Wünsche? Dann freue ich mich auf Ihren Anruf Telefon: 07173/91 46 169 oder schreiben Sie mir eine E-Mail an info@die-baubiologin.de

 

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